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Jugendliche leiden zunehmend unter Essstörungen

Das neue AOK-Programm richtet sich vor allem an die Eltern betroffener Kinder und Jugendlicher oder an andere ihnen nahestehende Personen. Es soll für die Gefährdung sensibilisieren und konkrete Unterstützung zur Vermeidung einer manifesten Essstörung bieten.

Neues AOK-Programm gegen Magersucht & Co. bei Kindern und Jugendlichen

Berlin, 14. Dezember 2017. Bei immer mehr jungen Versicherten der AOK Nordost werden sogenannte psychogene Essstörungen wie Magersucht, Bulimie oder Binge Eating (die sogenannte Esssucht) diagnostiziert. Von 2010 bis 2016 stieg die Zahl der Diagnosen um fast ein Drittel. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts Nordost (GeWINO) der AOK Nordost. Daher bietet die AOK als erste Krankenkasse ein digital unterstütztes Vorsorgeprogramm zur Früherkennung von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen an. Sie arbeitet dabei eng mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, der Beratungsstelle Dick & Dünn e.V. sowie dem Berliner Startup Jourvie zusammen. Das Programm startet ab Januar zunächst in Berlin.

Laut GeWINO wurde 2016 bei rund 1.800 Versicherten der AOK Nordost im Alter von sechs bis 24 Jahren eine psychogene Essstörung diagnostiziert. Darunter befanden sich über 1.000 Kinder und Jugendliche, die nicht älter als 17 Jahre waren. „Es ist Tatsache, dass sich schon Achtjährige nach Mahlzeiten zum Erbrechen bringen oder sich beim Anblick ihres abgemagerten Körpers im Spiegel zu dick finden. Es gibt auch Kinder, die ihre Ängste und Sorgen buchstäblich in sich hinein fressen. Und ihre Zahl nimmt rasant zu. Diesem Trend wollen wir gezielt entgegensteuern“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost.

  Das neue AOK-Programm richtet sich vor allem an die Eltern betroffener Kinder und Jugendlicher oder an andere ihnen nahestehende Personen. Es soll für die Gefährdung sensibilisieren und konkrete Unterstützung zur Vermeidung einer manifesten Essstörung bieten. Dazu wird zukünftig im speziellen AOK-Gesundheitsprogramm für Kinder und Jugendliche, AOK Junior, ein Screening auf Essstörungen in die zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen integriert. Unterstützung bietet dabei die App ‚Elamie‘. Eltern, bei deren Kindern der Arzt erste Anzeichen für eine drohende Essstörung feststellt, können mit Hilfe der App zum Beispiel Auffälligkeiten im Verhalten ihrer Kinder erkennen und später mit dem Arzt besprechen. Wenn der Arzt eine konkrete Gefährdung feststellt, empfiehlt er den Eltern eine Beratung durch die erfahrenen und spezialisierten Psychologen und Sozialpädagogen von Dick & Dünn e.V.. Diese Beratung ist normalerweise kostenpflichtig, wird aber im Rahmen des Vorsorgeprogrammes von der AOK Nordost übernommen.

„In dem Programm bekommen wir schon früh Hinweise auf ein riskantes Essverhalten bei Kindern und Jugendlichen und können entsprechend handeln. Denn wenn der Arzt erst einmal die gesicherte Diagnose Essstörung stellen muss, haben Eltern und Kinder einen sehr langen und harten Weg mit ungewissem Ausgang vor sich“, erklärt Dr. Sigrid Peter, Vizepräsidentin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Pressekontakt

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse
Gabriele Rähse
Pressesprecherin
Tel.: 0800 265 080 – 22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de